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Besuch in der Restaurierungswerkstatt:
Das Gemälde „Prospect von dem Meliboco“ ist fast fertig restauriert

„Schau mal, da quillt Rauch aus dem Schornstein!“ „Und da arbeitet ein Bauer auf dem Feld.“ Nur wenige Millimeter groß sind die Details auf dem Gemälde „Prospect von dem Meliboco und dessen Gegend“ von Johann Tobias Sonntag, das sich zur Zeit noch in der Restaurierungswerkstatt von Dip­lom-Restauratorin Christiane Ehrenforth in Liebenau bei Kassel befindet. Dort wird das Gemälde aus dem Schlossmuseum Darmstadt seit geraumer Zeit restauriert.

Die „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt e.V.“, die mit Hilfe einer Spendenkampagne die Finan­zierung der Restaurierungsarbeiten ermöglicht haben, überzeugten sich am letzten Aprilwochenende vom Fortschritt der Restaurierung, die kurz vor ihrem Abschluss steht. Das riesige Gemälde (ca. 2,25m x 3,75m), das in 17 Einzelteile zerrissen in der Restaurierungswerkstatt angekommen war, ist inzwischen wieder zusammengesetzt, gereinigt, die Leinwand verstärkt, Fehlstellen geschlossen.

Zur weiteren Bearbeitung wurde es jetzt in einen provisorischen Rahmen eingespannt, so dass es den Besuchern seit vielen Jahren zum ersten Mal senkrecht an der Wand stehend präsentiert werden konnte.

Das ermöglicht Detailbetrachtungen, die vorher auch auf Grund von Verschmutzung nicht möglich waren. Die Besucher nutzten diese Möglichkeit mit großer Entdeckerfreude und machten sich gegenseitig auf die vielen kleinen Hintergrundszenen aufmerksam, die man erst auf den zweiten Blick sieht und die zum faszinierenden Gesamteindruck des Gemäldes beitragen.

In der Schlussphase der Restaurierung erhalten die gekitteten Risse (Gesamtlänge 26 Meter!) die zur Umgebung passende Farbe. Außerdem werden die Figuren auf der größten Fehlstelle (piaffierender Schimmel und Soldat) ergänzt; es entsteht wieder eine geschlossene Szene im zentralen Vordergrund des Gemäldes.

Nach einem guten Mittagessen im „Ratskeller“ in Liebenau setzte die Gruppe ihre Fahrt fort und fuhr mit dem Reisebus nach Kassel-Wilhelmshöhe. Eine fachkundige Führung durch den Weißensteinflü­gel von Schloss Wilhelmshöhe zeigte den Freunden des Schlossmuseum Darmstadt unterschiedliche Aspekte fürstlicher Wohnkultur im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert. Ein individueller Bummel durch den Park oder ein Besuch im Schlosscafé rundeten den interessanten Tag vor der Rückkehr nach Darmstadt ab.

Die „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt“ sehen nun mit großer Spannung der Rückkehr des Ge­mäldes „Prospect von dem Meliboco“ nach Darmstadt entgegen und freuen sich auf den Tag, an dem es wieder einen Platz im Schlossmuseum einnehmen wird. (clh)

"Auf der Spur der Bilder" in Thüringen

„Auf der Spur der Bilder“ waren die „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt“ am ersten Novemberwochenende in Thüringen unterwegs. Leitfaden dieser Exkursion war das Schicksal von Bildern aus dem Darmstädter Schlossmuseum, die 1944 bei der Auslagerung nach Schlesien auf ungeklärte Weise auf Schloss Burgk und auf die Heidecksburg gelangt waren. Aus diesen beiden Museen wurden sie in den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Darmstadt zurückgebracht.

Nach dem Mittagessen in einem Brauereigasthof im fränkischen Kronach erreichte der Bus mit der Reisegruppe das erste Ziel, Schloss Burgk an der Talsperre Burgkhammer. Hier wurde 1990, achtlos auf dem Dachboden verstaut, unter anderem das Gemälde „Prospect von dem Meliboco“ von Johann Tobias Sonntag gefunden, das Gegenstand der aktuellen Spendenkampagne der „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt“ ist. Timm Luckhardt, der die Gruppe durch das Museum fürstlicher Wohnkultur führte, war Augenzeuge bei der Auffindung der Bilder unter Schmutz und Staub und schilderte den Darmstädter Besuchern den Fundort.

Der weitere Rundgang durch das Schloss, ehemals eine Residenz der fürstlichen Familie Reuß, begann in der Burgküche mit ihrem imposanten, 21 Meter hohen Abzugskamin und führte durch prachtvoll eingerichtete Wohn- und Ausstellungsräume. Höhepunkt und Abschluss der Führung war der Rittersaal, der älteste Saal des Hauses. Wegen Restaurierung war die Schlosskapelle mit der Silbermannorgel nicht zugänglich – ein Grund, wiederzukommen.

Das „Hotel am Schlossberg“, im Städtchen Ziegenrück idyllisch an der Saale gelegen, war das Nachtquartier der inzwischen ziemlich müden Reisenden. Abendessen und Frühstück ließen keinerlei Wünsche offen, so dass am Sonntagmorgen bei blauem Himmel und Sonne alle bereit waren für die Fahrt nach Rudolstadt zur Heidecksburg.

Auch hier verfolgten die Darmstädter die „Spur der Bilder“. Wie Museumsdirektor Dr. Lutz Unbehaun berichtete, waren in der Heidecksburg ebenfalls Bilder aus dem Darmstädter Schlossmuseum ausgestellt. Sie wurden 1986 im Rahmen des deutsch-deutschen Kulturabkommens nach Darmstadt zurückgegeben. Heute ist in diesem Raum ein sehr gut erhaltener mittelalterlicher Flügelaltar zu sehen. Das riesige barocke Schloss der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt beeindruckt durch seine Prunkräume, darunter den Festsaal mit einer Empore für Musiker und Theken für die Ausgabe von Getränken und Speisen. Zum Abschluss besuchten viele Mitglieder der Reisegruppe noch die Ausstellung „Rococo en miniature“, eine liebevoll gestaltete und von der Zeit des Rokoko inspirierte Fantasiewelt im Miniaturformat.

Am späten Nachmittag verließ der Reisebus mit den Darmstädter Besuchern die Heidecksburg und Rudolstadt Richtung Darmstadt. Ein letztes Mal navigierte Tom, der Busfahrer, das große Fahrzeug mit Bravour über schmale und kurvige Straßen zur Autobahn und erhielt dafür den wohlverdienten Applaus der Reisegruppe.

„Auf der Spur der Bilder“ erlebte die Reisegruppe der „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt“ ein interessantes, informationsreiches und ausgesprochen angenehmes Wochenende in Thüringen – darüber waren sich alle einig. (clh)

Unser Informationsstand auf dem Fürstlichen Gartenfest, Schloss Wolfsgarten

Es ist ein fester Termin im Jahreskalender der „Freunde der Schlossmuseum Darmstadt e.V.“: das Fürstliche Gartenfest im Park von Schloss Wolfsgarten bei Langen. Auch in diesem Jahr war der Verein dort wieder mit einem Informationsstand vertreten. Bei (meist) schönem Wetter informierten Mitglieder die Besucher des Gartenfests unermüdlich über die Restaurierung des Gemäldes „Prospect von dem Meliboco“ von Johann Tobias Sonntag, das aktuelle Sponsoringprojekt der „Freunde des Schlossmuseum“ zugunsten des Schlossmuseums Darmstadt. Wie in den vergangenen Jahren unterstützte  auch 2017 Gerd Grein (ehemals Museum Otzberg) dieses Anliegen, indem er im barocken Kostüm die Blicke der Besucher auf den Informationsstand lenkte.

Vereinsvorsitzender Carl-Christof Gebhardt zog am Ende des dreitägigen Fests zufrieden Bilanz: „Wir konnten eine Vielzahl von Besuchern über die „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt“ und ihr aktuelles Sponsoringprojekt informieren. Viele von ihnen haben sich zusätzlich unsere Flyer und unsere Informationsmappe geben lassen. Auch unsere Spendenbox fand regen Zuspruch und war schließlich mit gut 500 Euro gefüllt. Damit kommen wir unserem Ziel, 77.000 Euro für die Restaurierung des Gemäldes ‚Prospect von dem Meliboco‘, wieder einen Schritt näher.“ (clh)

1.000 Euro für Eberstadt: drei Paten für ein Motiv

Drei Paten hat das Abbild von Eberstadt auf dem Gemälde „Prospect von dem Meliboco und dessen Gegend“ von Johann Tobias Sonntag. Einer der Paten ist die CDU Eberstadt, die den Erlös ihrer diesjährigen Sommerfest-Tombola in Höhe von 500 Euro zur Verfügung gestellt hat. „Hiermit wollen wir ein kulturelles wie regionales Anliegen pflegen“, so der Vorsitzende der CDU Eberstadt, Ludwig Achenbach, der gleichzeitig Mitglied der „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt e.V.“ ist. Da aber 1.000 Euro für die Restaurierung des Planquadrats mit Eberstadt auf dem Gemälde nötig sind, kamen zwei weitere Paten hinzu: Der eine ist der Geschichtsverein Eberstadt-Frankenstein, der 300 Euro übergab. Die restlichen 200 Euro steuerte Dr. Georg Freiherr von und zu Franckenstein bei, der als Vertreter seines Hauses Eberstadt nach wie vor verbunden ist. „Eine erfolgreiche Zusammenarbeit für den Erhalt eines einmaligen kulturhistorischen Zeugnisses auf der Grundlage regionaler Verbundenheit“, meinte Carl-Christof Gebhardt, der Vorsitzende der „Freunde des Schlossmuseum Darmstadt e.V.“, zu dieser Aktion.